Edmund Stoiber als Mediator aktiv

29.Januar 2007 Brinkmann

Die Zeitung Die Welt berichtet in einem Artikel zur CSU Krise vom 25.01.2007 über die Rolle des bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber als Mediator. Der entsprechende Absatz lautet:

“Ganz ohne Stoibers Zutun wird der innerparteiliche Notstand allerdings nicht beendet. Morgen will er in seiner neuen Rolle als Mediator für Nachfolgeregelungen in eigener Sache vermitteln. Denn ob nun der Sozialpopulist Horst Seehofer oder der Wirtschaftsreformer Erwin Huber Stoibers Nachfolge im Amt werden, entscheidet sich erst beim Krisengespräch im Büro des scheidenden Chefs.”

Edmund Stoiber

Edmund Stoiber, Ministerpräsident des Freistaates Bayern
Quelle: www.stoiber.de

Edmund Stoiber wird sicher nicht lehrbuchgemäß nach dem klassischen Phasenmodell als Mediator im CSU internen Konflikt um die Nachfolge auftreten. Sicherlich kann man auch die Frage aufwerfen, ob die typischen Grundsätze der Mediation eingehalten werden. Ich finde jedoch am interessantesten am Beitrag, dass in diesem Zusammenhang überhaupt vom Mediator gesprochen wird. Auf welche Weise auch immer, die Aufgabe als Vermittler kommt Edmund Stoiber zu. Vor mehreren Jahren hätten Zeitungen in diesem Zusammenhang nach meiner festen Überzeugung niemals den Begriff des Mediators gewählt. Vielleicht kann dies als Indiz gesehen werden, dass die Tätigkeit von Mediatoren mehr und mehr an Bedeutung gewinnt und sich die Begriffe Mediation und Mediator in der Öffentlichkeit etablieren. Auf der anderen Seite mahnt uns aber der Dresdner Brückenstreit nicht alle Vermittlungstätigkeiten als Mediation zu bezeichnen.

Mit einem Augenzwinkern sei vermerkt, dass München zur Hochburg der prominenten Mediatoren wird. Denn neben Edmund Stoiber ist uns im ADR-Blog schon die Tätigkeit von Oliver Kahn als Mediator aufgefallen. Da trifft es sich vielleicht nur gut, dass der nächste Mediations-Kongress in München stattfinden wird.

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bisher 2 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Ewald FILLER  |  04.März 2007 at 09:46

    Die von mir und KollegInnen im Jahr 2006 verfasste Studie “Wirtschaftsmediation im europäischen Vergleich” - siehe http://www.europemediation.eu/CSR - fasste mit dem poetischen Satz “Der Wirtschaftsmediation steht in Europa noch die Morgenröte im Antlitz!” noch den ´damaligen´ Stellenwert der Mediation in Deutschland, Österreich, Frankreich, UK und Skandinavien dar. Doch nicht nur die Medien, sondern auch die Politiker und selbst der eine oder andere, eher rmit ihren Beinen arbeitende Sportler haben die Mediation als neue Faszination in ihrem Leben entdeckt. Mehr mehr davon entdecken will, kann das auf der EUROPÄISCHEN MEDIATIONS-KONFERENZ am 28./29. September 2007 in Wien, die unter dem Leitmotiv „Mediation goes Europe“ den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen MediatorInnen aus Wissenschaft & Praxis mit Schwerpunkt
    • Familien - und Scheidungsmediation
    • Wirtschaftsmediation – Mediation am Arbeitsplatz
    • Mediation im Strafrecht (Victim-Offender-Mediation)
    • Mediation im öffentlichen Bereich und Umweltmediation und
    • Peer- und Schulmediation im Kontext von Gewalt an Schulen
    forcieren will.

    Im Fokus dieser Konferenz wird vor allem die Frage der weiteren Professionalisierung, die Etablierung von Mediation als anerkannter Methode der Konfliktregelung in den europäischen Gesellschaftsordnungen sowie die Vereinheitlichung von Standards – unter Beachtung der Diversität der Kulturen und Traditionen in Europa – stehen.

    Sieh´ nach auf der Homepage http://europemediation.eu !

  • 2. Altersweise Mediation &la&hellip  |  11.April 2007 at 14:50

    […] Was meint der Autor mit der Bemerkung “alterweise Mediation”? Geht es hier um Milde, Schlichtung oder Vermittlung? Mediation scheint sich in der Tat mehr und mehr zum Modewort zu entwicklen. Das mag man sehen wie man will, jedenfalls an dieser Stelle habe ich fürs erste keine Einwände. Vielleicht auch eine Form von Altersmilde.   […]

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