Schiedsverfahren als alternatives Instrument der Streitbeilegung in der Wirtschaftspraxis
22.Januar 2010 Brinkmann
Auch die Schiedsgerichtsbarkeit erfreut sich neben der Mediation in der Wirtschaftspraxis zunehmender Beliebtheit. Häufig können Auseinandersetzungen schneller geklärt werden, vor allem bei internationalen Streitigkeiten versprechen Schiedsgerichte eine neutralere Entscheidung als die staatlichen Gerichte aus dem Herkunftsland nur einer Partei. Gerade der Mittelstand kann von dem Einsatz privater Spruchkammern profitieren – jedoch nur dann, wenn das Für und Wider sorgsam abgewogen wird. Wichtig ist daher zu wissen, was die private Streitbeilegung wirklich zu leisten vermag und wo nicht-staatliche Verfahren an ihre Grenzen stoßen. Das Institut für Mittelstandsfragen an der Universität Osnabrück greift diesen Themenbereich am Dienstag, 26. Januar von 18 Uhr bis 20 Uhr in einer kostenlosen Informationsveranstaltung an der IHK Osnabrück-Emsland auf.
Quelle: IfMOS
Artikel gespeichert unter: Veranstaltungen, Osnabrück
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1. Brinkmann | 27.Januar 2010 at 08:31
Ich war gestern Teilnehmer der IfMOS-Veranstaltung. Etwa 50 Personen versammelten sich im Sitzungssaal der IHK Osnabrück. Leider waren kaum Unternehmer des Mittelstands vertreten, sondern vorwiegend Studenten der Universität Osnabrück. Ihnen wurden von vier Referenten die Vor- und Nachteile von Schiedsverfahren, der Anwendungsbereich und die Wirksamkeitsvoraussetzungen von Schiedsgerichtsklauseln, die Schiedsfähigkeit von gesellschaftsinternen Streitigkeiten sowie die internationale Schiedsgerichtsbarkeit vorgestellt.
Alle Vorträge waren sehr gut und informativ. Allerdings bezweifel ich, ob durch die Vorträge Praktiker und Unternehmer aus dem Mittelstand erreicht werden können, da alle Vorträge sehr theoretisch, wissenschaftlich und durch die Sprache der Juristen geprägt waren. Beispielhaft wurde gleich von zwei Referenten das BGH Urteil zu Beschlussmängelstreitigkeiten detailliert erläutert. Mit juristischem Vorwissen erhielt man aber einen vertieften und guten Einblick in die Materie des Schiedsverfahrens.
Deutlich wurde auch, dass viele Unternehmen ein Mediationsverfahren dem Schiedsverfahren vorziehen, in dem sie beispielsweise in Verträgen Klauseln einbauen, die bei Streitigkeiten den Weg erst in eine Wirtschaftsmediation und dann in ein Schiedsverfahren leiten.
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