Mediation zwischen Bahn und GDL?

08.August 2007 Brinkmann

Die Zeitungen von heute berichten an mehreren Stellen, dass die Bahn und die GDL zu einer Mediation bereit sind. Selbst in der Tagesschau wurde gestern verkündet, dass die Konfliktparteien sich eine Vermittlung über einen Mediator vorstellen können. Ich finde es sehr gut, dass über einen neuen Dialog nachgedacht wird. Dies ist bestimmt im Interesse der Konfliktparteien und insbesondere für die Kunden der Bahn. Allerdings habe ich den Eindruck, dass Unklarheit über das Vermittlungsverfahren und die Verwendung der Begriffe herrscht. Mal wird von einer Schlichtung gesprochen. Dann ist wieder von einer Mediation die Rede. An anderer Stelle ist von einem neutralen Sachverständigen die Rede, dessen Urteilsspruch man sich beugen würde. Hier muss aus meiner Sicht eine einvernehmliche Verständigung auf das richtige Procedere und die Begrifflichkeiten gefunden werden.

Auch potentielle Vermittler werden in der Öffentlichkeit beispielhaft genannt. Wünschenswert wäre, wenn sich langfristig professionelle Mediatoren auch auf diesem Gebiet positionieren könnten.

Quellen:
Reuters
Wirtschafsblatt
newstix
Spiegel online

Artikel gespeichert unter: Konflikte

bisher 5 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. 24stunden.de&hellip  |  08.August 2007 at 13:00

    AG Nürnberg: Streik unterbunden…

    (Foto: sw/24stunden)
    Mit einer einstweiligen Verfügung hat das Arbeitsgericht Nürnberg den geplanten Streik im Güter- und Personenverkehr durch die Lokführer der GDL verboten. Ein Streik im Güter- und Fernverkehr belaste die deutsche Volkswirtsch…

  • 2. concase | Praxis für Mediation & Konfliktmanagement  |  11.August 2007 at 17:13

    Den Beitrag in den Tagesthemen habe ich auch gesehen. Die Begriffe “Mediatoren” und “Mediation” wurden mehrfach verwendet. Dennoch; es kam zu Irritationen, weil sowohl von “Schlichtern” als auch von “Mediatoren” und “Moderatoren” die Rede war. Was wird nun im Tarifkonflikt der Bahn tatsächlich gemacht? Schlichtung oder Mediation? Wie auch immer; ein außergerichtliches Verfahren kam wohl nur auf politischen Druck zu Stande. Erschreckend, dass selbst Führungskräfte bei Bahn und Gewerkschaft, die Verantwortung für viele tausend MitarbeiterInnen haben, erst durch Druck zur Vernunft kommen.

  • 3. Brinkmann  |  11.August 2007 at 20:02

    Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass immer häufiger in diesem Zusammenhang von den Medien der Begriff Mediation verwendet wird. Alle großen Zeitungen wie z.B. das Handelsblatt, die Süddeutsche oder die Financial Times sprechen von Mediation und den Mediatoren Geißler und Biedenkopf. In den Beiträgen wird mittlerweile auch versucht zu erklären, warum der Begriff der Mediation und nicht der Schlichtung gewählt wird. Zum einen wird gesagt, dass sich Mediator unverbindlicher als Schlichter anhört. Zudem scheint man nun weniger den üblichen Begriff der Schlichtung zu wählen, da die GDL im vergangenen Jahr eine Schlichtungsvereinbarung gekündigt hatte.

    Der Begriff ist sicher fliessend, insofern bin ich gespannt, wie Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf ihre Rolle definieren und insbesondere, wie sie Ihre Vermittlungsarbeit angehen.

    Auf jeden Fall ist Mediation in aller Munde. Persönlich merke ich es, da ich in den letzten Tagen häufiger am Arbeitsplatz aber auch im Freundeskreis auf die “Mediation” zwischen der Bahn und der GDL angesprochen wurde. Auch der NDR2 ließ vorgestern extra einen Mediator zu Wort kommen, um zu erklären, wie Mediatoren arbeiten. Ein lesens- und hörenswertes Interview “Mediation ist kein Kindergeburtstag” mit Wilfried Kerntke, Vorsitzender des Bundesbandes Mediation, gibt es auf rbbonline.
    Eine bessere Werbung für die Mediation kann es aus meiner Sicht nicht geben.

  • 4. Mediation in aller Munde!&hellip  |  13.August 2007 at 11:08

    […] Der Streit zwischen Bahn und GDL hat für Mediation etwas Gutes. Mediation ist in diesen Tagen in aller Munde. Ob in Blogs (beispielhaft hier, dort oder im ADR-Blog selbst), in den überregionalen Zeitungen, im Radio, Fernsehen, im persönlichen Gespräch auf der Arbeit oder im Freundeskreis,… überall wird über Mediation gesprochen. […]

  • 5. Steffen  |  19.Oktober 2007 at 10:27

    Die GDL soll mal wieder endlich die Interessen der Lokführer vertreten und nicht Angst um Ihre Einnahmen/Jobs haben. Die Bahn hat ein Superangebot gemacht, das einfach abgeschmettert wird, weil Sie unbedingt Ihre Jobs behalten wollen. NICHTS ANDERES.
    Was haben die denn die ganzen Jahre gemacht? Ich weiß, warum die GDL nun auf einmal 31% Prozent mehr Gehalt verlangt. Die Führung hat sich in den letzten 10 Jahren im Geld gesonnt und nicht an Ihre Aufgabe gedacht.
    Nun da die anderen Gewerkschaften schon seit Jahresanfang mit der Bahn über eine neue Tarifstruktur verhandelt, die auch Lokführer besser entlohnen soll, will die GDL nun auf den letzten Drücker noch schnell zeigen, das Sie das auch können, bevor der arme kranke Herr Schell nächstes Jahr geht.
    Aber das ist der falsche Weg! Wenn sie so weitermachen, werden die Lokführer in wenigen Jahren das ernten, was die GDL gesät hat.
    Die Führung hat so Meilen von dem tatsächlichen Lokführer entfernt.

    Übrigens: Man hört des Öfteren, das die Aufgabe soooo verantwortungsvoll ist und das Sie trotzdem weniger verdienen als LKW-Fahrer…
    Wenn ein LKW-Fahrer einschläft, gibt es Tote. Wenn ein Lokführer einschläft und sein „ich bin wach knopf“ nicht drückt, bleibt der Zug automatisch stehen, das gleiche gilt für Ampeln/Warnsignale. Beim LKW gibts sofot Tote. Die GDL gibt dem automatisch/ferngesteuerten Zug weitere massive Vorteile. Da sieht man, wie weit sich die GDL vom Lokführer entfernt hat.

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