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Der Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt e.V. (BMWA) reagiert auf die in der letzten Mitgliederversammlung (Lesen Sie dazu hier) geäußerten Wünsche der Mitglieder. Ab sofort können die Mitglieder des BMWA die Zeitschrift “Spektrum der Mediation” beziehen. Der BMWA übernimmt als erweiterte Serviceleistung die Kosten und den Versand der Mediationszeitschrift.
Eigentlich ist die Zeitschrift “Spektrum der Mediation” die Mitgliederzeitschrift des Bundesverband Mediation e.V. (BM). Da der BMWA keine eigene Mitgliederzeitschrift hat, bot es sich an, mittels einer Vereinbarung zwischen BM und BMWA den Mediatoren des BMWA diesen neuen Service anzubieten.
23. Juli 2010
Brinkmann
Im vergangenen Sommer wurde Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb einem Millionenpublikum in der fünfteilen RTL-Sendung “Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein” bekannt. In der Sendung ging es um nachbarschaftliche Konflikte und den Versuch, diese mithilfe von Mediationen beizulegen. Das RTL-TV-Format spaltete die Mediatorenszene. Die einen freuten sich über die Publicity, die anderen kritisierten, dass die Grundprinzipien der Mediation in der Sendung nicht eingehalten wurden. Die Deutsche Gesellschaft für Mediation e.V. (DGM) hat in diesem lesenswerten Interview für den DGM-Newsletter den Hauptprotagonisten der Sendung, Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb, befragt, wie er im Rückblick seine Arbeit bei RTL bewertet.
Im Interview erfahren Sie, wie es dazu kam, dass der Kollege Kolb Moderator der Sendung wurde, wie es zum unglücklichen Titel “Kolb greift ein” kam und wie sich Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb trotz der Zwänge des TV-Geschäfts stetig dafür einsetzte, dass das Wesen der Mediation bewahrt bleibt.
Es ist aus meiner Sicht ein sehr ehrliches Interview. Der Leser spürt, in welcher nicht leichten Situation Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb im letzten Sommer bei den Dreharbeiten war. Vor diesem Hintergrund ist es auch sehr anerkennenswert, dass Ernst Andres Kolb für sich die freiwillige Entscheidung getroffen hat, nicht weiter für das TV-Format zur Verfügung zu stehen, solange unter erhöhtem Zeitdruck und unter Missachtung fachlicher Grundsätze zugunsten der Dramaturgie gearbeitet wird.
Viel Freude beim Lesen des Interviews im DGM-Newsletter!
21. Juli 2010
Brinkmann
Vorgestern wurde die zweite Staffel der Sendung “Nachbarschaftsstreit” von RTL ausgestrahlt. Vom Konzept hat sich mach meiner Auffassung im Vergleich zur ersten Staffel nicht viel verändert. In klassischer RTL-Manier werden quotenträchtig Streithähne in Szene gestellt, deren Konflikte nun mit Hilfe eines Rechtsanwalts und Streitschlichters gelöst werden sollen. Neu ist nur Rechtsanwalt Franz Obst, der den Kollegen Ernst Andreas Kolb ersetzt.
Wenn man sich die Quote anschaut, und diese ist für RTL natürlich besonders wichtig, war die erste Folge der zweiten Staffel ein Erfolg. Mit 1,78 Millionen 14- bis 49-jährigen Zuschauern holte der “Nachbarschaftsstreit” am Mittwoch um 20:15 Uhr einen sehr starken Marktanteil von 19,4 Prozent in der Zielgruppe. Insgesamt schauten 3,08 Millionen Zuschauer zu, beim Gesamtpublikum entsprach das ordentlichen 13,0 Prozent Marktanteil. Dies ist sicher ein ordentlicher Erfolg für RTL. Spannend wird es sein, ob RTL diesen Anteil halten kann. Ich vermute, nach der Fußballweltmeisterschaft freuten sich viele Fernsehzuschauer einfach, mal etwas anderes zuschauen.
Aus Mediatorensicht hat sich ein Punkt in der zweiten Staffel entscheidend geändert. Während Ernst Andreas Kolb sich noch den Konfliktparteien als Rechtsanwalt und Mediator vorstellte, präsentiert sich Franz Obst als Rechtsanwalt und Streitschlichter. Auch in der Sendung wird nicht mehr von Mediation gesprochen, sondern nur noch von Streitschlichtung. Ich könnte mir vorstellen, dass dies manchen Mediator gefallen wird, schließlich war ein teils berechtigter Vorwurf der Kritiker dieser Sendung, es handele sich gar nicht um eine Mediation. Ich finde es sehr bedauerlich, dass nicht mehr von Mediation und dem Mediator gesprochen wird. Über 3 Millionen Zuschauer werden somit nicht mehr mit diesen Begriffen konfrontiert. Und darum geht es uns Mediatoren doch seit vielen Jahren. Wir wollen Begriffe wie Mediation und Mediator unter das Volk bringen. Eine gute Werbeplattform geht uns damit verloren!
Hätte RTL weiterhin von Mediation gesprochen, hätte man sicher wieder viel diskutieren können, ob die Grundsätze der Mediation beachtet wurden. Eine Mediation in Reinform war es bestimmt nicht, die uns da präsentiert wurde. Aber seien wir ehrlich, die Mediation aus dem Lehrbuch findet man auch nicht immer in der Realität praktizierender Mediatoren. Die Mediatoren passen sich, soweit die Grundsätze der Mediation nicht verletzt werden, den Verfahrensinteressen der Medianden an. Insofern darf sich auch Streitschlichter Franz Obst den Streitparteien anpassen. Kritisch wird es dann, wenn sich Franz Obst allein der Quote und dem Diktat von RTL beugt.
Eine Dokusoap ist einfach keine Sendung, in der Fachwissen vermittelt werden soll. Die Leute schauen sich solch eine Dokusoap an, weil sie Entspannung und Unterhaltung suchen. Reine Wissensvermittlung ist da Fehl am Platz. Davon kann jede Volkshochschule ein Lied von singen. Sie bieten tolle Angebote, aber nur sehr wenige Personen melden sich an. Das ist die Realtität. Vielleicht sollten wir uns da schon freuen, wenn in der Dokusoap Nachbarschaftsstreit Punkte angesprochen werden, die jeder aus seiner Mediatorenausbildung kennt. Und machen wir uns nichts vor, die gibt es, bei aller Kritik zur typischen reißerischen Aufmachung von RTL.
Streitschlichter Obst verdeutlicht dem Zuschauer am Whiteboard, dass es bei Konflikten eine Sachebene und eine Beziehungsebene gibt. Das ist doch schon etwas, oder? Und wer hat Sie nicht erkannt, die “Wunschfrage”, als sich die Konfliktbeteiligten gemeinsam trafen? Klar würde ein Mediator mit dieser Frage keine Mediation beginnen, sondern Sie in einer anderen Mediationsphase unterbringen. Aber die Frage kann Teil einer Mediation sein. Und in einer Fernsehsendung kann man nur Ausschnitte der Vermittlung zeigen. Zudem sagten die Beteiligten, dass sie lernten, sich in die Position des anderen hineinzuversetzen. Das ist doch ein klassisches Ziel einer jeder Mediation. Klar wurden nicht genau die Interessen und Bedürfnisse aufgeschlüsselt. Zudem war Streitschlichter Franz Obst eher ein aktiver Vermittler, der mit eigenen Vorschlägen versuchte eine Lösung zu finden. Aber machen wir uns nichts vor, dass kann in jeder Mediation vorkommen. Es sollte bloß deutlich werden, dass dies eine Ausnahme ist. Die Konfliktparteien lösen in einer Mediation grundsätzlich selbstbestimmt den Konfikt.
Sicherlich würde ich mich freuen, wenn noch stärker das Phasenmodell zum Vorschein kommt. Es mehr von Positionen zu Interessen geht. Aber das erwartet ein Zuschauer nicht in einer Dokusoap. Es ist die Aufgabe von uns Mediatoren im Gespräch mit Medianden deutlich zu machen, was Fernsehschau ist und wie die Realität der Mediation aussieht. Ich befürchte alledings, dass uns auf die Sendung leider weit weniger Menschen ansprechen werden, als im letzten Sommer. Denn dort wurde noch von Mediation und vom Mediator gesprochen. Über 3 Millionen Menschen beschäftigen sich mit diesen Begriffen. Diesen kostenlosen Werbeeffekt haben wir leider nicht mehr!
16. Juli 2010
Brinkmann
Vor einem Jahr war “Mediation in aller Munde“. RTL präsentierte als neue Dokusoap die Sendung “Kolb greift ein”. Der Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb vermittelte fernsehgerecht zwischen verfeindeten Nachbarn. Die Reaktion in der Mediationsszene war sehr geteilt. Die einen freuten sich, dass mit der Sendung der Begriff Mediation bekannter wird, die anderen kritisierten die Sendung, da nicht nach allen Standards der Mediation vorgegangen sei. Heute präsentiert uns RTL zur besten Sendezeit mit “Nachbarschaftsstreit” die abgeänderte Nachfolgesendung.
Insbesondere fällt auf, dass Rechtsanwalt und Mediator Ernst Andreas Kolb durch den Kollegen Franz Obst ersetzt wurde. Damit wurde der bisherige Titel “Kolb greift ein” hinfällig. Nunmehr heißt es also schlicht “Nachbarschaftsstreit”. Dies ist bestimmt positiv, da der bisherige Titel für eine Mediation schlicht unpassend war.
Der neue Rechtsanwalt und Mediator Franz Obst tritt ein schweres Erbe an. Er wird sich aus fachlicher Sicht insbesondere den kritischen Blicken der Mediatoren stellen müssen. Wird Rechtsanwalt und Mediator Franz Obst den schwierigen Spagat zwischen fernsehgerechter Aufmachung und Einhaltung der Grundsätze der Mediation bewältigen?
Wir dürfen sehr gepannt sein. Heute um 20.15 Uhr wird zumindest sein erster Fall auf RTL gesendet. Es geht um einen Generationenstreit zwischen einer alleinerziehenden Mutter und Rentnern. Mal schauen, ob hier wirklich mediiert wird.
14. Juli 2010
Brinkmann
Passend zum Frühlingsanfang bin ich Twitterer geworden und “zwitscher” nun beim beliebten Mikroblogdienst Twitter mit. Meine Beiträge, pardon, ich meinte natürlich Tweets, werden sich insbesondere mit Mediation und Konfliktmanagement befassen. Ich bin gespannt, ob Interesse an meinen Tweets besteht und freue mich über jeden “Follower”. So werden Personen bei Twitter genannt, die Beiträge eines Autoren abonnieren. Ich selbst habe schon so manchen Twitterer entdeckt, der mir aus der Blogszene bekannt ist und freue mich auf die Vernetzung in diesem neuen Medium. Also auch ich werde “Follower”.
Ich werde mir selbst ein Urteil bilden, wie sinnvoll es ist mit maximal 140 Zeichen zu kommunizieren. Kommentare und Diskussionen zu einem Beitrag sind für Leser auf jeden Fall möglich. Insofern bietet sich Twitter grundsätzlich für den Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen an. Beispielsweise habe ich im aktuellen Tweet des Deutschen Forums für Mediation gelesen, dass das Expertengremium-Mediation im April über Organisationsfragen der EU-Mediationsrichtlinie berät. Blogger und Twitterer Joachim Simen hat schon vor einem Jahr im Beitrag “Twitter und Mediation” über den Mikroblogdienst geschrieben.
Ich würde mich freuen, wenn es uns Mediatoren gelingt auch über diesen Kommunikationskanal Menschen für die Idee der Mediation zu begeistern. Zwitschern Sie mit!
21. März 2010
Brinkmann
Am Montag startet der WDR um 20:15 Uhr die sechsteilige Sendung “Frau Dr. Lenz - Der Große Firmen-Check“. Insbesondere kleine Unternehmen, die in strukturelle und innerbetriebliche Probleme geraten sind, will Frau Dr. Lenz Lösungen aufzeigen.
Aus Mediationssicht dürfte die Reihe möglicherweise interessant werden. Zum einen kennen sicher einige Mediatoren Cristina Lenz in ihrer Funktion als Vorsitzende des Bundesverband Mediation in Wirtschaft und Arbeitswelt. Zum anderen sollen am Ende ihres TV-Einsatzes nicht nur die Firmeninhaber zufrieden sein, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dies lässt darauf schließen, dass mediative Elemente zum Einsatz kommen.
Man darf gespannt sein!
24. September 2009
Brinkmann
Am Wochenende war ich auf einer Polterei und einem Geburtstag eingeladen. Auf beiden Veranstaltungen wurde ich immer auf das Thema Mediation angesprochen und es entwickelte sich eine rege und gute Diskussion. Und, wer oder was war der Aufhänger? “Kolb greift ein“. Und selbst wenn man sich heute die Foren der Mediatoren beispielsweise hier bei xing anschaut, es wird rege diskutiert, ob es sich bei der RTL-Dokusoap um Mediation handelte oder nicht.
Ich kann die massive Kritik einiger Kollegen, die der Auffassung sind, mit der Sendung wird das Tätigkeitsfeld des Mediators diskreditiert, nicht nachvollziehen. Wir Mediatoren müssen uns freuen, dass das Thema vom Fernsehen aufgegriffen wird. Die Sendung erreicht Teile der Bevölkerung, die wir niemals mit einem noch so schönen Vortrag oder einem Kongress erreichen werden. Dass RTL keinen Lehrfilm über Mediation ausstrahlen wird, war abzusehen. Wahrscheinlich würde eine noch so interessante und lehrreiche Dokumentation im Stile von Arte auch niemals solch hohe Einschaltquoten erzielen. Und eines ist doch klar, den meisten Personen ist doch selbst bewußt, dass solch eine Dokusoap insbesondere von einem Sender wie RTL fernsehgerecht und mit einer gewissen Dramaturgie gestaltet wird.
Allein die Kernbotschaft der Sendung, dass mit Hilfe eines Mediators einvernehmliche Lösungen gefunden werden können und gerichtliche Auseinandersetzungen vermieden werden, ist beste Werbung für die Mediation. Zudem habe ich sehr viele mediative Elemente in der Dokusoap erkannt. Ob beispielsweise an der einen oder anderen Stelle der rechtliche Rat des Mediators notwendig war oder nicht, ist müßig. Jeder Mediator hat schließlich seinen eigenen Stil und Kollege Kolb ist zweifellos vom Fach.
Es liegt an uns Mediatoren den Ball aufzugreifen. Die Sendung ist eine Chance Mediation in den Köpfen zu verankern. Meine vielen lebhaften Diskussionen am Wochenende sind bester Beweis dafür. Punkte, die ich als Mediator anders machen würden oder die für mich in einer Mediation tabu sind (genannt habe ich beispielsweise die heimlichen Aufnahmen bei Kolb) habe ich natürlich in meinen Gesprächen aufgegriffen und aus meiner Mediatorensicht klargestellt. Und parallel habe ich bei Wurst und Bier über meine Aufgaben als Mediator und meine Tätigkeitsfelder informiert. Was will ein Mediator mehr?!
Ich freue mich, Mediation ist in aller Munde!
03. August 2009
Brinkmann
Und, haben Sie gestern die neue RTL-Dokusoap “Kolb greift ein” gesehen? Nein, …ich auch nicht. Trotzdem konnte die neue Dokusoap eine beachtliche Einschaltquote verzeichnen. Trotz Fußball-Konkurrenz mit Bayern München und dem AC Mailand erkämpfte sie sich den Tagessieg in der Zielgruppe. 1,69 Mio. 14- bis 49-Jährige sahen zu - ein Marktanteil von immerhin 17,9%. Wer die Sendung verpasst hat und sich ein eigenes Bild von der Sendung machen möchte, der schaue die Folge kostenlos hier per Download auf den Internetseiten von RTL. So habe ich es gerade auch getan.
Natürlich findet man in den heutigen Zeitungen und im Internet viele Kritiken. Beispielhaft sei hier die eher negative TV-Kritik der Süddeutschen Zeitung und von Spiegel-online genannt. Allerdings wendet sich die Kritik in keinster Weise gegen Mediation. Die Kritiker werfen RTL eher vor, dass das Thema Nachbarschaftsstreit extrem medial ausschlachtet wird und RTL sein gängiges Schwarzweißmuster dem Zuschauer präsentiert. Aber, seien wir ehrlich, konnte man wirklich etwas anderes erwarten?
Ich fand die Dokusoap unter dem Gesichtspunkt der Mediation interessant. Agiert Kolb nun wirklich als Mediator oder mehr als Rechtsanwalt? Ich bin der Meinung, bei aller typischer Schwarzweißmalerei von RTL, sind mediative Elemente auf jeden Fall im Agieren von Mediator Kolb zu erkennen. Zwar gibt Kolb ab und an für Mediatoren untypische Ratschläge, aber beispielhaft lässt er sich anfangs die jeweiligen Sichtweisen des Konflikts von allen Konfliktparteien erläutern. In der ersten Folge geht es um Grillzeiten, geräucherte Wäsche, nächtlichen Lärm, über den Zaun geworfenen Müll und eine Riesentanne. Die Informationssammlung zu diesen Themen erfolgt bei Kolb im Garten und nicht am runden Tisch, aber dies ist sicher schlicht dem Fernsehen geschuldet. Auch erfragt Kolb die Interessen und Bedürfnisse der streitenden Nachbarn. Beispielhaft wird das Bedürfnis nach Wertschätzung von einer Nachbarin genannt.
Ungewöhnlich empfand ich für eine Nachbarschaftsmediation insbesondere den Ort der gemeinsamen Mediationssitzung. Der Schlosssaal ist wohl eher für eine Wirtschaftsmediation als für eine Nachbarschaftsmediation geeignet. Auch die Beobachtung der Medianten mit einer Kamera entspricht in keinster Weise der Realität. Sicherlich spielt die Beobachtung und Analyse der Körpersprache in der Mediation eine wichtige Rolle, aber von einem Mediator der seine Medianten mit Kamera und Kopfhörer heimlich ausspäht, habe ich noch nie gehört.
Dafür kommen Flipchart und Karteikarten zum Einsatz. Und auch die Phase des Brainstormings zur gemeinsamen Findung von Lösungen wurde angedeutet. Insofern sind aus meiner Sicht auf jeden Fall Mediationselemente bei “Kolb greift ein” zu finden. Und auch der Begriff des Mediators wird bekannt, denn Herr Kolb stellt sich immer schön artig mit “Mediator und Rechtsanwalt Ernst Andreas Kolb” vor.
Ja, aber was halten Sie von der Dokusoap “Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein”?
30. Juli 2009
Brinkmann
Am Mittwoch, 29. Juli startet um 20:15 Uhr eine Dokusoap über Nachbarschaftsmediation auf RTL. Die Fernsehsendung firmiert unter “Nachbarschaftsstreit - Kolb greift ein”. Die Sendung widmet sich all den zermürbenden Streitsituationen, die das Zusammenleben Tür an Tür bzw. Gartenzaun an Gartenzaun erschweren. Im Vordergrund der Dokusoap soll nicht der Streit, sondern die Möglichkeit der Streitlösung liegen.
Zwischen den Streitparteien im Fernsehen vermittelt Mediator und Rechtsanwalt Ernst Andreas Kolb aus Berlin. Er hat eine fundierte Mediationsausbildung an der FernUniversität Hagen absolviert und ist aktives Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Mediation. Ein Interview mit Mediator und Rechtsanwalt Ernst Andreas Kolb können Sie hier lesen.
Ich bin gespannt, ob es RTL mit der Dokusoap gelingt, dem Zuschauer das Wesen der Mediation zu vermitteln. Wenn ja, dürfte die Sendung erheblich zur Verbreitung der Mediation in der Öffentlichkeit beitragen.
01. Juli 2009
Brinkmann
Der US-Verlag Best Lawyers hat diese Liste mit Namen der (scheinbar) renommiertesten Wirtschaftsanwälte in Deutschland veröffentlicht. Auf dieser Liste wird auch das Rechtsgebiet “Schiedsverfahren und Mediation” mit zahlreichen Rechtsanwälten geführt. Das sogenannte Peer-Review-Verfahren wurde zur Findung der Namen genutzt. Dabei fragte das Rechercheteam von Best Lawyers Experten, welchen Anwalt außerhalb der eigenen Kanzlei sie ihrem Klienten empfehlen würden, falls sie das Mandat aus Zeitgründen oder wegen bestehender Interessenkollision nicht selber übernehmen könnten.
Aus meiner Mediatorensicht ist das Ergebnis in Bezug auf Mediation in keinster Weise aussagekräftig. Zwar finden sich mit Reiner Ponschab, Christian Duve und Jörg Risse wenigstens ein paar bekannte Wirtschaftsmediatoren, aber viele der genannten Personen sind zumindest auf dem Gebiet der Mediation eher weniger als Experten aufgetreten. Überhaupt ist solch eine Liste, die sich nur auf Rechtsanwälte beschränkt, für Mediation unbrauchbar. Sehr gute Mediatoren findet man selbstverständlich auch in anderen Professionen. Zudem wird man niemals den “besten Mediator” küren können. Das Handelsblatt und Justicio kritisieren zu Recht, dass die Beurteilung immer subjektiv sein wird.
Mediation ist zuallererst eine persönliche Dienstleistung höherer Art und damit vor allem von gegenseitigem Vertrauen zwischen Mediator und Mediant geprägt. Deshalb halte ich absolut nichts von solchen Bestenlisten!
29. Mai 2009
Brinkmann
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